Die Schlacht von Saipan war ein entscheidender Kampf im Pazifikkrieg des Zweiten Weltkriegs, der zwischen dem 15. Juni und dem 9. Juli 1944 auf der Vulkaninsel Saipan in den Nördlichen Marianen stattfand. Diese Auseinandersetzung brachte einige der härtesten Gefechte des Krieges im Pazifik und markierte einen strategischen Wendepunkt, weil sie den alliierten Streitkräften erstmals ermöglichte, die japanischen Hauptinseln mit Langstreckenbombern zu erreichen und direkt anzugreifen.
Im Frühsommer 1944 planten die Vereinigten Staaten im Rahmen der Operation Forager die Eroberung der Marianeninseln, zu denen Saipan gehörte. Die Insel war seit Jahrzehnten von Japan kontrolliert worden und war mit zahlreichen Küstenbatterien, Luftabwehrstellungen und unterirdischen Anlagen befestigt worden. Japan betrachtete Saipan als wichtigen Teil seiner Verteidigung des Heimatgebiets.
Am 15. Juni 1944 begann nach einer intensiven Marine- und Luftvorbereitung die amphibische Landungsoperation der US-Truppen an mehreren Stränden der Südwestküste. Die amerikanischen Marineinfanteristen und Landstreitkräfte trafen auf heftigen Widerstand der japanischen Garnison, die die zentralen Höhen und Zufahrtswege der Insel kontrollierte und die Angreifer im dichten Gelände bekämpfte.
Über mehr als drei Wochen führten US-Soldaten und Marines erbitterte Kämpfe gegen die japanische Verteidigung. Die Soldaten mussten Gelände gewinnen, das durch felsiges Gebirge, Dschungel und befestigte Stellungen geprägt war, was zu hohen Verlusten auf beiden Seiten führte. Die japanische Führung hatte sich bewusst für eine entschlossene Verteidigung entschieden und sah Kapitulation als unwürdig an.
Während der Kämpfe gerieten auch zahlreiche Zivilisten zwischen die Fronten. Viele von ihnen waren durch japanische Propaganda verängstigt und fürchteten Gefangenschaft durch die Angreifer. An Orten wie dem später so genannten Banzai Cliff und Suicide Cliff stürzten Hunderte von Zivilisten in den Tod, um einer Vorstellung von Gefangenschaft zu entgehen.
Die japanische Garnison blieb bis zuletzt standhaft. Am Ende waren nur wenige Soldaten bereit zu kapitulieren, und die meisten Verteidiger starben, verwundet wurden oder begingen Suizid. Am 9. Juli hissten die amerikanischen Truppen die US-Flagge und erklärten die Insel offiziell erobert.
Die Eroberung von Saipan hatte weitreichende Folgen für den weiteren Kriegsverlauf. Durch die Kontrolle über die Insel und die benachbarten Tinian und Guam war es den Vereinigten Staaten möglich, Langstreckenbomber der Boeing B-29 direkt von den Marianen aus gegen Ziele auf den japanischen Hauptinseln einzusetzen. Damit rückte das japanische Kernland erstmals in Reichweite alliierten strategischen Bombardements, was die militärische Lage für Tokio dramatisch verschlechterte und zu hohen innerstaatlichen politischen Verwerfungen führte.
Die Schlacht von Saipan gilt bis heute als eines der bittersten Kapitel des Pazifikkriegs, nicht nur wegen der militärischen Verluste, sondern auch wegen der tragischen Opfer unter der zivilen Bevölkerung und der zerstörerischen Wirkung auf die lokale Inselgemeinschaft.






