17.07.2025

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Die Vichy-Miliz

Die Vichy-Miliz

Als Frankreich im Jahr 1940 zusammenbrach und der Norden des Landes von der Wehrmacht besetzt wurde, entstand im Süden unter Marschall Pétain der sogenannte État français mit Sitz in Vichy. Dieses Regime versprach Ordnung, nationale Erneuerung und Schutz vor dem Bolschewismus. In Wirklichkeit entwickelte es sich zunehmend zu einem autoritären Kollaborationsstaat, der aktiv mit dem nationalsozialistischen Deutschland kooperierte. Aus dieser Zusammenarbeit ging 1943 eine der berüchtigtsten Organisationen der Besatzungszeit hervor: die Milice française. Sie wurde zum innenpolitischen Terrorinstrument des Vichy-Staates und zu einem der erbittertsten Gegner der französischen Résistance.

Kategorie

Was war eigentlich...?

Lesedauer

5 min

Verfasser

Lars Müller

Darsteller

Patrick Danisman

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Was war eigentlich...?

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5 min

Verfasser

Lars Müller

Darsteller

Patrick Danisman

Geburt einer Kollaborationsmiliz
Geburt einer Kollaborationsmiliz
Geburt einer Kollaborationsmiliz

Die Milice wurde offiziell im Januar 1943 gegründet. Vorausgegangen war der Aufbau des Service d’ordre légionnaire, einer paramilitärischen Struktur, die bereits gegen politische Gegner und Widerstandsnetzwerke eingesetzt wurde. Mit der formellen Gründung der Milice erhielt dieses System eine landesweite, staatlich legitimierte Struktur. Politisch verantwortlich war Pierre Laval, der starke Mann des Vichy-Regimes. Die operative Führung übernahm Joseph Darnand, ein radikaler Antikommunist und überzeugter Kollaborateur, der später den Treueeid auf Adolf Hitler ablegte und in die Waffen-SS aufgenommen wurde.

Ideologisch verstand sich die Milice als Schutzmacht eines autoritären, nationalistischen und antisemitischen Frankreichs. Sie bekämpfte nicht nur bewaffnete Widerstandsgruppen, sondern auch politische Gegner, Juden, Regimekritiker und all jene, die als „staatsfeindlich“ galten. Ihre Mitglieder sahen sich selbst als Kämpfer gegen Chaos, Verrat und den vermeintlichen inneren Feind. In der Praxis bedeutete dies eine enge Verzahnung mit Gestapo, Sicherheitsdienst und deutscher Militärverwaltung.

Die Milice als paramilitärische Ordnungsmacht
Die Milice als paramilitärische Ordnungsmacht
Die Milice als paramilitärische Ordnungsmacht

Die Milice war streng hierarchisch organisiert und in regionale Einheiten gegliedert. Ihr militärischer Kern war die sogenannte Franc-Garde, eine ständig verfügbare Einsatztruppe, die bewaffnete Operationen durchführte und gemeinsam mit deutschen Einheiten auftrat. Die Rekrutierung erfolgte freiwillig. Ein Teil der Mitglieder war ideologisch motiviert, andere suchten Schutz vor Zwangsarbeit oder erhofften sich Macht und Einfluss.

Optisch orientierte sich die Milice bewusst an staatlichen Sicherheitskräften. Die Uniformen waren schlicht, meist in Grau oder Blau, ergänzt durch Abzeichen und Rangkennzeichnungen, die Disziplin und Autorität ausstrahlen sollten. Das charakteristische Symbol war das Gamma-Zeichen, das Stärke und Erneuerung symbolisieren sollte.

Bewaffnet war die Milice mit leichten Infanteriewaffen. Dazu gehörten Karabiner, Pistolen und Maschinenpistolen wie die MP40 oder die britische STEN, die aus Beutebeständen stammte. Diese Waffen wurden bei Razzien, Verhaftungen, Partisanenjagden und in direkten Gefechten mit der Résistance eingesetzt.

Jagd auf den Widerstand und der Untergang 1944
Jagd auf den Widerstand und der Untergang 1944
Jagd auf den Widerstand und der Untergang 1944

Im Alltag der Besatzungsjahre war die Milice vor allem als Instrument der Angst präsent. Sie beteiligte sich an Hausdurchsuchungen, Verhören, Folterungen und Exekutionen. In vielen Regionen galt sie als gefürchteter als die deutschen Einheiten selbst, da ihre Mitglieder die Sprache, die Orte und die sozialen Strukturen kannten. Besonders brutal ging sie gegen Unterstützer der Résistance vor und spielte eine zentrale Rolle bei der Jagd auf Untergrundnetzwerke.

Mit dem Vorrücken der Alliierten im Jahr 1944 brach die Machtbasis der Milice rasch zusammen. Teile der Organisation flohen nach Deutschland oder schlossen sich deutschen Verbänden an. Andere wurden von der Résistance gefangen genommen. Nach der Befreiung Frankreichs begann eine Phase der Abrechnung. Zahlreiche Miliciens wurden vor Gericht gestellt, einige auch ohne formelles Verfahren hingerichtet. Joseph Darnand wurde 1945 verurteilt und erschossen.

Historisch steht die Milice heute als Symbol für den radikalsten Teil der französischen Kollaboration. Sie verkörpert den Moment, in dem ein Staat begann, mit eigenen paramilitärischen Kräften gegen die eigene Bevölkerung Krieg zu führen und dabei ideologische Überzeugung, Opportunismus und Gewalt miteinander verschmolzen.

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